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Blitzbefahr auf dem Golfplatz

         

Verhaltensregeln bei Gewitter auf dem Golfplatz

Verhalten bei einem herannahenden Gewitter
Bei einem herannahenden Gewitter sollten Golfer ihr Spiel frühzeitig unterbrechen und das schützende Clubhaus aufsuchen. Auch unter Turnierbedingungen ist es jedem Spieler erlaubt, das Spiel jederzeit straflos zu unterbrechen, wenn er durch ein Gewitter die Gefahr eines Blitzschlages als gegeben ansieht, selbst dann, wenn die Spielleitung des Spielunterbruch nicht angeordnet hat (Regel 6-8ll und 33-2d)


Die 30/30 Regel
Die 30/30 Regel besagt, dass, wenn zwischen sichtbarem Blitz und hörbarem Donner weniger als 30 Sekunden vergehen, die Gewitterfront bereits die gefährliche 10-km-Grenze unterschritten hat (Schallgeschwindigkeit 330 m/Sek.) und sich Golfer deshalb in Sicherheit begeben sollten und dass erst 30 Minuten nach dem letzten Donner Entwarnung gegeben werden kann.

Verhalten während eines Gewitters
Trennen Sie sich als Erstes von ihrer Golftasche, ihren Schlägern und ihrem Regenschirm! Falls ein Unterschlupf (Auto, Gebäude) in erreichbarer Nähe ist, gehen Sie einzeln und nehmen Sie untereinander genügend Abstand ein.
Vermeiden Sie dabei das offene Fairway sowie exponierte und erhöhte Lagen auf Hügelkuppen und versuchen Sie nicht, unter einzelnen Bäumen oder Baumgruppen Schutz zu suchen. Bleiben Sie weg von Wasserzonen (Teich, Fluss) sowie von Gegenständen aus Metall (Golfwagen, Zäunen und elektrischen Installationen). Denken Sie daran, dass nur Schutzhütten mit Blitzschutz-Installation wirklich sicher sind.

Verhalten bei unmittelbarer Blitzeinschlagsgefahr

Ist kein sicherer Ort mehr erreichbar, besteht nur die Möglichkeit, sich in einer Geländemulde oder in einem Wald in mindestens 5 Meter Abstand zu Astspitzen in der Hocke auf den Boden zu kauern, die Füsse dicht nebeneinander (siehe Abbildung) und so lange zu warten, bis das Schlimmste vorbei ist. Auf keinen Fall sollte man sich flach auf den Boden legen.

Direkte Blitzeinwirkung und Blitzüberschlag

Blitze treffen Menschen nicht nur direkt am Körper, auch in unmittelbarer Nähe eines Blitzeinschlages besteht Gefahr durch Blitzüberschlag oder durch Explosions- und Brandverletztungen. Deshalb sind Personen, die sich unter Bäumen, neben Masten oder in der Nähe von Aussenwänden befinden besonders gefährdet.

Gefahr durch indirekte Blitzeinwirkung
Auch indirekt können Blitzeinschläge gefährlich werden, weil sich der Blitz von der Einschlagstelle sowohl im Boden als auch im Wasser in alle Richtungen ausbreitet. Aus diesem Grunde befindet man sich auch in grösserem Abstand vom Einschlagsort in einer Gefahrenzone, die mindenstens 20 m im Radius beträgt, aber auch weiter reichen kann. Auf der Erdoberfläche erzeugt der Blitzstrom zwischen den Füssen eine hohe Schrittspannung, wodurch Strom durch den Körper fliessen kann. Um die Schrittspannung so klein wie möglich zu halten, sollte man in der Hockestellung die Füsse unbedingt eng nebeneinander setzen.

Vom Blitz getroffen - was ist zu tun?
Die sofortige Alarmierung und die Leistung der ersten Hilfe steht an erster Stelle, denn bis zu 10% der Blitzopfer sterben durch Herzstillstand oder Lähmung der Atemmuskulatur. Der Mythos, dass vom Blitz getroffene elektrisch geladen sind, ist falsch.

Medizinische Folgen eines Blitzschlags Ausschlaggebend ist, an welcher Stelle man vom Blitz getroffen wird und wo der Strom durch den Körper dringt. Der weitaus grösste Teil des Blitzstromes fliesst auf der Körperoberfläche und verursacht an den Ein- und Austrittstellen Verbrennungen. Nasse Kleider werden häufig aufgerissen. Strom- und Wäremeinwirkungen können in den durchflossenen Körperteilen und im Zentralnervensystem auch Schäden verursachen. Vor allem Gedächtnis-, Konzentrations- und Schlafstörungen sowie Seh- und Gehörstörungen sind bekannte Folgen eines Blitzschlages.
Gefährlicher sind vorübergehende Bewusstlosigkeit und vor allem Atem- und Herzstillstand mit Hirnschädigung sowie Schäden des Zentralnervensystems bei Stromfluss durch das Gehirn.
 
              
Weltweit werden pro Jahr Tausende von Menschen in ihrer Freizeit beim Fischen, Bootfahren, Wandern, Biken, Campen oder Golfen vom Blitz getroffen, weil sie jedes Jahr immer wieder die gleichen Fehler begehen, indem sie sich nicht rechtzeitig, d.h. vor Ankunft des Gewitters, in Sicherheit bringen oder fälschlicherweise unter einzelnen Bäumen Schutz suchen.

Aufgrund der einzeln stehenden Bäume und Baumgruppen, der frei stehenden metallenen Fahnenstangen und der verwendeten Golfschläger zählen Golfplätze zu den gefährlichsten und ungeeignetsten Orten, um sich bei einem Gewitter aufzuhalten. In falscher Sicherheit wähnt sich zudem, wer glaubt, dass das Benützen von Regenschirmen mit einem Fiberglas oder Kunststoffrohr die Blitzgefahr verringern könnte.

Auch das Ausziehen von Schuhen mit Metall-Spikes oder das Benützen eines Golfwagens ist nicht hilfreich, und Schutzhütten aus Holz sind nur dann wirklich sicher, wenn sie mit einer Blitzschutzanlage mit Blitzableiter und isoliertem Boden ausgerüstet sind, ansonsten können sie bei Blitzschlag eher zur regelrechten Falle werden.

Es kann nicht genug wiederholt und dringend empfohlen werden, dass Golfer nicht versuchen sollten, bis zum letzten Moment weiterzuspielen, sondern sichere Orte (z.B. Clubhaus) möglichst frühzeitig und vor Ankunft eines herannahenden Gewitters aufsuchen sollten.

Zahlen und Fakten
  • Golfgeschichte geschrieben haben 1975 Lee Trevino, Bobby Nichols und Jerry Heard am U.S. Open in Chicago, als sie gleichzeitig vom Blitz getroffen wurden und verletzt überlebten, sowie 1991 das U.S. Open in Hazeltine, als unter mehreren vom Blitz Getroffenen ein Zuschauer starb.
  • Die Blitzgefahr wird daher von der United States Golf Association (USGA) und der PGA sehr ernst genommen. Heute sind alle Golfplätze auf der Tour mit Anlagen bestückt, die Blitze bereits auf eine Distanz von mehreren hundert Kilometern orten können.
  • Blitze entstehen durch elektrostatische Entladungen in Gewitterwolken, die meist im Rahmen von sommerlichen Wärmegewittern an heissen Tagen mit hoher Luftfeuchtigkeit auftreten, oder bei vorbeiziehenden Frontgewittern.
  • Typisch für Wäremgewitter mit Blitzaktivität sind gigantische Cumulonibus-Wolken, die sich wie Ambosse hoch bis in die Stratosphäre auf türmen.
  • Gewitter sind deshalb so unberechenbar, weil nicht jede Gewitterwolke auch eine Blitzaktivität aufweist und weil sowohl Ort als auch Zeitpunkt des ersten bzw. des nächsten Blitzeinschlages nicht berechenbar sind.
  • Der bis zu 100'000 km/sek (1/3 der Lichtgeschwindigkeit) schnelle und bis zu 33'000 Grad Celsius heisse Blitz erzeugt in einem Zeitraum von einer tausendstel Sekunde eine Spannung von bis zu 10 Mio. Volt und einen Strom von bis zu 200'000 Ampere.
  • Blitzströme können Gegenstände schmelzen oder so erwärmen, dass leicht entzündliche Stoffe in Brand geraten oder explodieren. Nimmt der Blitz seinen Weg durch feuchte Wände, Balken oder Bäume, entsteht schlagartig Wasserdampf, wodurch Dächer und Wände explodieren und ganze Bäume zerfetzt werden.
  • Fahnenstangen auf den Greens und exponierte Geländeabschnitte sind bevorzugte Einschlagsorte, ebenso nasse Golfschläger und aufgespannte Regenschirme!
  • Blitze können bereits 10-15 km vor der eigentlichen Gewitterfront, auch bei "blauem Himmel" einschlagen. Viele Freizeitsportler und Golfer sind sich dieser Gefahr nicht bewusst, indem sie glauben, dass heranziehende Gewitter erst dann gefährlich werden, wenn es aus den Wolken über ihren Köpfen regnet oder Blitze unmittelbar in der Umgebung einschlagen.
  • In der Schweiz ereignen sich pro Jahr ca. 5 Todesfälle durch Blitzschlag. Dies sind im Vergleich zu Ländern mit hoher Gewitterdichte (z.B. USA 70 Todesfälle pro Jahr) eindeutig zu viele.

                                                                                                             

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Quelle:

Herausgeber:
Ratgeber für Golfer vom Golf Doc®

Golf Doc®, Dr. med. Martin Lauterburg, USGTF
Drive, das Schweizer Golfmagazin

Golf-rund-um-Düsseldorf Agentur für Golf-Marketing & Promotion Telefon: 02104 801450 | info@golf-rund-um-duesseldorf.de